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Geographisches Geschichtliches Sehenswürdigkeiten

Raesfeld

Hier möchten wir euch unseren schönen Ort ein wenig näher bringen.

Wo liegt eigentlich Raesfeld?
Raesfeld liegt im nördlichen Ruhrgebiet und im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster

Geschichtliches:

Raesfeld wurde 889 als „Hrothusfeld“ im Heberegister der Abtei Werden erstmals urkundlich erwähnt. Um 1117 wurde nördlich des kleinen Ortes inmitten einer unzugänglichen Sumpffläche eine Turmhügelburg, genannt Burg Kretier, erbaut. Der erste bekannte Burgherr war um 1170 Rabodo von dem Berge. Er war vermutlich auch der Stifter der Raesfelder Kirche um die herum das heutige Dorf entstand. Bald nach dem Verkauf der Burg an den Ritter Symon von Gemen 1259 brannte die Burg ab. Symon erbaute stattdessen an der Stelle des heutigen Schlosses eine neue Burganlage und nannte sich anschließend Symon von Rasveld. In einem Nachspiel zur Münsterischen Stiftsfehde stürmten im Sommer 1458 Bocholter Stadtknechte das Dorf und brannten den Kirchturm nieder. Mit Ablassbriefen konnte der Wiederaufbau bis 1515 finanziert werden. Im Jahre 1560 zerstörte ein weiterer Brand große Teile des Dorfes. Die Burg kam Ende des 16. Jahrhunderts an die Herren von Velen. Alexander II. von Velen, der westfälische Wallenstein, brachte es im Dreißigjährigen Krieg zu hohem Ansehen und baute die alte Burg von 1643 bis 1658 zum Residenzschloss aus. Das Dorf litt allerdings im Dreißigjährigen Krieg wie auch hundert Jahre später im Siebenjährigen Krieg mehrmals unter Besetzung, Plünderung und Einquartierungen durch Soldaten von verschiedenen Seiten.

Sehenswürdigkeiten:

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Wasserschloss Raesfeld mit der Schlosskapelle. In der Schlossfreiheit befindet sich außerdem ein heimatgeschichtliches Museum über den Zweiten Weltkrieg in Raesfeld. Der angrenzende Tiergarten am Schloss Raesfeld, errichtet in der Mitte des 17. Jahrhunderts, ist nach der Beurteilung des "Westfälischen Amtes für Denkmalpflege" einer der ältesten noch gut erhaltenen Renaissance-Tiergärten Deutschlands. Das moderne Besucher- und Informationszentrum zeigt dazu die natur- und kulturhistorische Dauerausstellung Auftritt einer Kulturlandschaft – Renaissance-Tiergarten Raesfeld. Der Tiergarten ist eingebunden in das European Garden Heritage Network. Im Ortsteil Erle steht einer der ältesten Eichen Deutschlands: die vermutlich über 1000 Jahre alte Femeiche. Unter der Eiche tagte das Erler Femgericht als Freistuhl, welcher im Mittelalter seine größte Macht hatte. Das Femgericht urteilte im Namen des Kaisers über Schwerverbrechen wie Mord, Raub, Brandstiftung und Meineid, sein Schuldspruch zog stets den Tod am Strang nach sich.Im 16. Jahrhundert verlor das Femgericht seine Befugnisse an den Fürstbischof Münster bis es Ende des 18. Jahrhunderts völlig aufgelöst wurde. Da der Baum von Pilz befallen war, rückte der örtliche Pfarrer dem kranken Baum 1750 mit scharfem Gerät zu Leibe. Er kratzte das morsche Mittelstück heraus, um dem Baum so das Überleben zu sichern. Die entstandene Aushöhlung wurde so groß, dass Friedrich Wilhelm IV., der spätere König von Preußen, 1819 während eines Manövers 19 Infanteristen in der Eiche Aufstellung nehmen ließ. Auch soll der Bischof von Münster Bernard Georg Kellermann im Jahre 1851 mit elf Geistlichen an einem runden Tisch in der Eiche gespeist haben. Zudem entspringt im nördlichen Gemeindegebiet die Issel. Auf einer Wiese zwischen Kühen und Mais findet man einen kleinen Teich, dessen Wasseroberfläche mit Algen bedeckt ist, ein kleiner Bach - die Issel - nimmt hier seinen Lauf. Das Wasser wird durch das Erdreich nach oben gedrückt was auch der Grund für die Algenbildung sein soll.